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Wie kann ich Farben bestellen?

Zunächst einmal: Herzlich willkommen auf meiner Seite und in meinem Shop! Ich freue mich riesig, dass dir meine Farben so gut gefallen, dass du auch welche bei dir einziehen lassen möchtest!

Die Farbenliebe-Post mit den neuesten LELLES COLORS gibt es hier immer in Kollektionen und auf Vorbestellung.

Im Folgenden findest du ein FAQ der am häufigsten gestellten Fragen:

Wo erfahre ich, wann ich vorbestellen kann?

Das heißt, ich zeige die Farben hier auf meiner Seite und auf meinen Instagram-Accounts (@lellescolors und @lellescolors_katalog). Dort findest du in Posts und den Storys alle wichtigen Infos zum Zeitpunkt der Vorbestellung und natürlich auch zu den Farben an sich. Schau doch gerne mal vorbei und folge mir – ich freu mich auf dich!

Wenn du die Benachrichtigungen aktivierst, stehen die Chancen besser, dass du keinen Termin mehr verpasst.

Außerdem plane ich, bald auch einen Newsletter mit Neuigkeiten zu neuen Kollektionen und der Farbenliebepost herauszubringen – das dauert aber noch ein wenig.

Wie läuft die Vorbestellung ab?

Meine LELLES COLORS kommen in Kollektionen heraus und werden ganz frisch für dich hergestellt. Das heißt, sobald deine Bestellung in einer aktuellen Vorbestellungsrunde eingegangen ist, kremple ich die Ärmel hoch und gehe ans Werk! Da alle Farben handgemacht sind und in 4-6 Schichten gegossen werden, dauert es etwa 4-6 Wochen, bis du deine Farben zur Auslieferung fertig sind. Und auch erst dann erhältst du eine Rechnung über den fälligen Kaufbetrag (plus Versandkosten) von mir. Auf der Rechnung sind alle Angaben zur Zahlung per PayPal oder Überweisung. Sobald das Geld bei mir eingegangen ist (bei PayPal i.d.R. innerhalb weniger Minuten, bei Überweisungen kann die Wertstellung bis zu 3 Werktage in Anspruch nehmen), schicke ich deine Farbenliebe-Post auf die Reise. Du erhältst dann eine Versandbestätigung mit Trackingcode, damit du auf dem Laufenden bist, wo sich deine Schätzchen gerade befinden.

Mit welchem Versanddienst verschickst du?

Dazu findest du detaillierte Informationen auf meiner Versand-Infoseite.

Wie erreiche ich dich, falls ich Fragen oder ein Anliegen habe?

Am besten schreibst du mir eine e-Mail und ich bemühe mich immer, dir schnellstmöglichst zu antworten und weiterzuhelfen. Die Adresse findest du hier.

Stellst du die Farben wirklich von Hand her? Und welche Qualität haben deine Farben?

Ja, alle Farben werden nach alter handwerklicher Tradition mit viel Liebe von Hand angerieben und enthalten ausschließlich hochwertige Zutaten. Alle Farben, die hier angeboten werden, sind in Künstlerqualität hergestellt und enthalten hochwertige, lichtechte Künstlerpigmente (mehr dazu findest du hier). Sollte ich einmal ein weniger lichtechtes Pigment oder ein verschnittenes Pigment verwenden, würde das natürlich zuvor kommuniziert, sodass du Bescheid weißt, was du kaufen möchtest.

Ein Hinweis noch zu handgemachten Farben: Durch den handwerklichen, nicht maschinengestützten, Herstellungsprozess und das schonende Trocknungsverfahren kann es bei den Farben zu Lufteinschlüssen/Bläschen kommen. Das ist bei handgemachten Farben trotz sorgfältiger Herstellung nicht zu 100% ausschließbar. Um etwaige Verluste auszugleichen, enthalten meine Näpfchen immer eine Schicht Farbe mehr als die großer Hersteller – sie sind also eher überfüllt. Sollte es trotz größter Sorgfältigkeit einmal dazu kommen, dass du einen größeren Hohlraum in deinem Näpfchen entdeckst, dann wende dich bitte per e-Mail (am besten mit Foto) an mich und wir finden sicherlich eine gute Lösung für uns beide!

Welche Näpfchengrößen bietest du an?

Ihr habt euch in einer Abstimmung auf Instagram mit überwältigender Mehrheit für halbe Näpfchen entschieden – daher findest du hier im Shop in der Regel auch Angebote für halbe Näpfchen. Angaben dazu findest du aber immer auch direkt im Angebot im Shop. Sollte einmal eine andere Größe angeboten werden, steht das auch explizit mit im Angebot im Shop. Falls du lieber mit ganzen Näpfchen arbeitest, kannst du mir gerne eine e-Mail schreiben, dann erstelle ich dir ein Angebot für dein gewünschtes Set mit ganzen Näpfchen!

Stellst du alte Kollektionen nochmal her?

In meinem Kopf schwirren noch so viele Ideen herum, die noch nicht in Farbe umgesetzt sind, dass erst einmal keine Wiederholungen von alten Kollektionen geplant sind. Falls ich zwischendurch Zeit und Kapazitäten freihaben sollte, würde ich euch auf Instagram oder (bald dann) im Newsletter Bescheid geben oder euch fragen, welche Farben ihr euch nochmals wünscht.

Eine meiner Farben ist leer – kann ich sie nachkaufen?

Bisher gibt es die Farben nur in Kollektionen – ich plane aber, nach und nach alte Kollektionen nachzumachen (siehe Frage oben) und dann auch ein paar mehr Farben herzustellen, sodass auch einzeln nachgekauft werden kann. Das hängt aber immer von freien Kapazitäten ab. Solltest du eine Farbe dringend brauchen oder sehr lieben – dann denk bitte daran, mir rechtzeitig Bescheid zu geben, damit ich die Nachproduktion einplanen kann. Denn die Farben müssen mindestens 4 (meistens eher 6) Wochen durchtrocknen.

Kann ich deine Farben auch erst einmal testen?

Ich plane, um Laufe des Jahres Dotcards herzustellen, um euch eine günstige Möglichkeit zu bieten, Farben erst einmal auszuprobieren. Sobald sie im Shop sind, sage ich euch natürlich Bescheid!

Verkaufst du hier nur Farben?

Nein, von Zeit zu Zeit wird es auch andere schöne und nützliche Kleinigkeiten und ggf. auch Kunst zu kaufen geben. Aktuell kannst du dir Kabelbinder im Set zusammenstellen, es gab auch schon vintage-Aquarellkästen für deine Farben. Schau einfach immer mal wieder vorbei – da kommen noch viele schöne Dinge!

Kann ich die Magnete auch einzeln bestellen?

Nein, das geht leider nicht. Bisher sind sie nur in Verbindung mit bestellten Näpfchen lieferbar.

Kannst du mir eine Farbe nach meinen Wünschen herstellen?

Grundsätzlich ist das möglich – allerdings musst du dann einen höheren Preis als für Farben einrechnen, die ich in den Vorbestellungsrunden herstelle, da hier der zeitliche Aufwand für Rezeptentwicklung und Einzelproduktion hinzukommt. Schreib mir gerne eine e-Mail, dann können wir näher darauf eingehen!

Kannst du mir eine Farbe eines anderen Herstellers nachmachen?

Nein, das geht leider nicht. Farben herzustellen ist auch ein kreativer Prozess und ich respektiere die Ideen und die Arbeit meiner Kolleg:innen zu sehr, um sie zu kopieren.

Sind deine Farben vegan?

Ja und nein. Grundsätzlich stelle ich Farben auch mit echter Ochsengalle her. Wenn du mir allerdings frühzeitig Bescheid gibst, dass dir vegane Farben wichtig sind, kann ich dir die Ochsengalle durch ein synthetisches Ersatzprodukt austauschen. Das geht allerdings nur für frisch hergestellte und nicht bei bevorrateten Farben. Scheu dich bitte nicht, mir eine e-Mail zu schicken – dann kann ich dir Auskunft über deine gewünschten Farben geben, denn nicht alle meine Rezepte enthalten natürliche Ochsengalle.

Warum produzierst du nicht ausschließlich vegane Farben?

Das hat mehrere Gründe – sowohl ethische als auch ökologische. Grundsätzlich muss erst einmal gesagt werden, dass Ochsengalle wichtig für Aquarellfarben ist, um ihr Flussverhalten und die Haftung auf dem Papier zu beeinflussen. Das kann sowohl die natürliche als auch die synthetische Variante. Ich entscheide mit bei vielen Farben für die natürliche Variante, da ich zum einen möglichst wenig Chemie in meinen Farben haben möchte – das trägt zum Umweltschutz bei, da es unser Grundwasser weniger belastet. Außerdem werden immer noch Tiere geschlachtet, um sie zu essen. Und hier bin ich der Meinung, dass es wichtig ist, kein Teil dieser Tiere einfach wegzuwerfen, sondern möglichst alles einer sinnvollen Verwendung zuzuführen, um ihren Tod nicht noch sinnloser zu machen als er ohnehin schon ist.

Wie sollte ich meine Farben pflegen, um möglichst lange etwas davon zu haben?

Vor dem Malen empfiehlt es sich, die Farben mit ein paar Tropfen Wasser zu “aktivieren”, um sie geschmeidig und malfähig zu machen. Das schont auch deine Pinsel. Aquarellfarben sind oft auch noch nach Jahrzehnten aktivierbar, auch wenn sie mit der Zeit stärker eintrocknen oder sich Risse bilden.

Schimmel ist grundsätzlich der größte Feind der Aquarellfarben. Damit du möglichst lange Freude an deinen Farben hast, empfiehlt es sich, sie nach dem Malen möglichst immer gut mit offenem Kasten durchtrocknen zu lassen. Um Staub im Kasten zu vermeiden, sollte er allerdings nicht zu lange offen stehen. Falls du unterwegs malen solltest, kannst du die Farben natürlich in noch feuchtem Zustand im Kasten nach Hause transportieren, um sie dann anschließend trocknen zu lassen.

Sollte sich einmal eine Farbe aus dem Näpfchen lösen, kannst du sie mit ein wenig Gummi Arabicum oder auch einem Tropfen Wasser wieder im Näpfchen “festkleben”. Dann bitte gut durchtrocknen lassen.

Falls du gerne loose bzw. mit viel Wasser malst, empfehle ich dir, die Farbe nicht schon im Näpfchen zu verdünnen, sondern erst hochkonzentrierte Farbe aus dem Näpfchen auf eine Palette zu geben und dort mit Wasser zu mischen. So vermeidest du, zu viel Gummi Arabicum aus der Farbe auszuwaschen. Dadurch erhältst du sowohl die Konsistenz als auch Lichtechtheit deiner Farbe länger und es bilden sich nicht so starke Risse im Näpfchen.

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World Pigment Day 2022

Übersicht Swatches Lichtechtheit

[ENGLISH version HERE]

Zur Feier des World Pigment Days bekommt ihr heute eine ordentliche Portion Nerdwissen rund um Pigmente von mir, denn ich möchte euch heute mit in die Welt der Lichtechtheit von Pigmenten nehmen. Dazu zeige ich euch hier die Ergebnisse meiner kleinen Lichtechtheitsstudie.

Falls dir der Begriff „Lichtechtheit“ nichts sagt – dazu gibt’s hier auch schon einen Blogpost. Kurz zusammengefasst bedeutet “Lichtechtheit” eines Pigmentes (bzw. eher einer Farbe), wie sehr es sich durch Einfluss von UV-Licht über die Zeit hinweg verändert. Diese Veränderung kann ein Verblassen, Vergrauen, eine Veränderung des Farb- bzw. Untertons oder auch eine Veränderung der Struktur eines Farbauftrages sein. Für gewöhnlich wird die Lichtechtheit mithilfe der Wollskala bzw. von der ASTM in standardisierten Verfahren getestet – beides findet hier natürlich keine Anwendung.

Zunächst einmal der „Versuchsaufbau“, für alle, die sich für die technische Seite hinter den Ergebnissen interessieren: Ich habe 15 Farbswatches von Aquarellfarben auf reinweißem Baumwollpapier angefertigt. Alle Swatches wurden möglichst gleichmäßig ausgeführt, in einem Farbverlauf vom Vollton (oben), über einen Mittelton in der Mitte, bis hin zu einem stark verdünnten Auftrag unten. Die quadratischen Swatches habe ich dann in der Mitte durchgeschnitten und rückseitig beschriftet. Eine Hälfte habe ich in einem verschlossenen Briefumschlag in einem Ordner zwischen anderen Papieren aufbewahrt, sodass sie keinem Licht ausgesetzt sind – ähnlich, wie das auch in einem Sketchbook geschehen würde. Die andere Hälfte habe ich für ein Jahr (ganz genau: vom 1.3.21 bis zum 20.3.22) ins Fenster meines Studios gehängt. Dieses Fenster befindet sich im 1. Stock und ist nach Südosten ausgerichtet, also genau richtig, um zu sehen, was natürliches UV-Licht den Farben anhaben kann. Alle Farbproben wurden oben und unten mit zwei kleinen Tesastreifen direkt auf die (doppelt verglaste) Fensterscheibe geheftet, sodass sie maximaler UV-Belastung bei optimalem Witterungsschutz ausgesetzt sind. In der Regel befindet sich die dem Licht ausgesetzte Seite rechts, die lichtgeschützte Seite links. Leider habe ich nicht bei allen Swatches auf Konsistenz dahingehend geachtet, daher werde ich es dazuschreiben, wenn es bei einer Farbe einmal anders gemacht wurde. Allerdings sind das zwei der Farben, die die größten Verluste erlitten haben, sodass es ohnehin deutlich sichtbar sein sollte.

Vier der untersuchten Farben wurden von großen Firmen hergestellt. Hier haben mich vor allem Farben aus Pigmenten interessiert, die als nicht lichtecht gelten. Daher ist das Ergebnis dieser klitzekleinen Studie auch nicht repräsentativ für die Lichtechtheit der gesamten Range dieser Firmen. Schließt also aus diesen Ergebnissen bitte nicht auf die Qualität der Farben dieser Firmen – ich habe mir aus reinem Forschungsinteresse heraus bewusst die „heiklen“ Fälle ausgesucht:

Zum einen hat mich die Lichtechtheit von Alizarin Crimson interessiert, da ich das Pigment schön finde und sehen wollte, wie meine selbst hergestellte Farbe sich im Vergleich zu Farben großer Hersteller schlägt. Und dann hat mich auch noch Aureolin (Kobaltgelb) interessiert – ihm wird nachgesagt, mit der Zeit zu vergrauen. Da ich versuche, mit möglichst lichtechten Pigmenten zu arbeiten, hatte ich davon selbst kein Pigment hier und daher auch keine Vergleichsmöglichkeit mit einer selbst hergestellten Farbe.

Die weiteren 10 untersuchten Farben stammen alle aus meiner eigenen Herstellung. Neun Pigmenten wurde vom Hersteller eine exzellente Lichtechtheit attestiert – ob dem so ist, hat mich natürlich brennend interessiert. Eine Farbe enthält ein Grünpigment, das mittlerweile nicht mehr hergestellt wird, was wohl an der Lichtechtheit des Pigments liegen soll. Das musste ich doch wirklich selbst einmal nachprüfen!

Doch nun genug der einleitenden Worte – wenden wir uns den Ergebnissen zu.

Wir beginnen etwas ausführlicher mit unseren „Sorgenkindern“ und arbeiten uns zu den erfreulicheren Ergebnissen vor, die nicht so vieler Worte bedürfen:

  • Alizarin Crimson (PR83): Auf dem großen Übersichtsbild seht ihr in der vorletzten Reihe ganz links Alizarin Crimson von Schmicke Horadam – hier ist die dem Licht ausgesetzte Seite links, die dunkel gelagerte rechts. Rechts daneben befindet sich die von mir hergestellte Farbe aus Alizarin Crimson Pigment und in der letzten Reihe, direkt unter dem Schmincke Swatch, findet ihr den Farbauftrag mit derselben Farbe von Daniel Smith. Der Farbton von Alizarin Crimson ist ein tiefes, kühles Rot. Denkt an eine frische, saftige Kirsche, in die ihr hineinbeißt und deren frischer Saft auf ein weißes Papier tropft. Das kommt sehr nahe an Alizarin Crimson heran. Da es sich hierbei um ein durch Verlackung hergestelltes Pigment aus einem Pflanzenfarbstoff (der Krappwurzel) handelt, ist es nicht so lichtecht, wie wir es von synthetisch-organischen Pigmenten gewöhnt sind. In meiner kleinen Probe sieht man sehr schön, dass Alizarin generell seinen kühlen Unterton durch UV-Einstrahlung verliert. Alle Farbproben sind deutlich wärmer geworden, außerdem wirkt die Farbe „krisseliger“, ähnlich wie bei einem Foto mit Bildrauschen. Was die Farbstärke anbelangt, gibt es Unterschiede: Vor allem bei den Farbswatches von Schmincke und Daniel Smith sind sehr deutliche Farbverluste zu verzeichnen. Die Bereiche in wässrigem Auftrag sind bei beiden Firmen nicht mehr erkennbar, hier ist nur das weiße Papier übriggeblieben. Der Bereich im Mittelton wurde deutlich heller und fleckiger/streifiger, im Vollton blieb, wie zu erwarten, am meisten der Farbe übrig, aber auch hier ist eine deutliche Aufhellung und Streifigkeit sichtbar. Der Swatch meiner eigenen Farbprobe schneidet etwas besser ab als die Vergleichsproben. Auch hier gibt die stärksten Farbverluste im wässrigen Bereich, allerdings ist an einer schwachen hellrosa Einfärbung noch zu erkennen, wo sich der Farbauftrag befand. Der Mittelton ist noch deutlich sichtbar, wenn auch, wie oben beschrieben, krisseliger und wärmer im Farbton. Gleiches gilt für den Vollton. Ein Ergebnis, das mein kleines Paintmakerherz natürlich freut 😉
  • Aureolin (PY40): Ein Pigment, dem nachgesagt wird, mit der Zeit zu vergrauen. Auf diesen Effekt musste ich lange warten – selbst nach einem halben Jahr im Licht hatten die Swatches nur ein wenig Farbstärke eingebüßt, sich aber farblich nicht verändert. Auf dem Übersichtsbild seht ihr unten in der Mitte den Fabswatch aus der Winsor and Newton (W&N) Professional Range, auch hier ist der dem Licht ausgesetzte Teil ausnahmsweise links, der dunkel gelagerte Teil entsprechend rechts zu sehen. Die Reihe darüber ganz rechts befindet sich der Swatch mit Aureolin von Daniel Smith (DS). Bei beiden Farbproben fällt direkt ins Auge, dass sich der Farbton von einem leuchtenden Mittelgelb, das etwas ins kühle tendiert, zu einem Beigeton vergraut und stark aufgehellt hat. Auf der Farbprobe von DS ist noch ein leichter Hauch Gelb im Vollton zu erkennen, bei W&N sogar noch deutlicher. Beide Farben sind ganz unten, im verwässerten Bereich nur noch sehr schwach sichtbar, ein Umstand, der sich bei W&N bis weit in den Mittelton hinein weiter zieht. Etwas besser in Sachen Farbstärke schneidet die Probe von DS ab – hier ist die Abstufung noch deutlich zu erkennen, nur eben in Beige statt Gelb. Beinahe könnte man die dem Licht ausgesetzten Swatchteile mit Buff Titanium verwechseln, wäre da nicht noch der Hauch Gelb im Vollton übrig geblieben. Ich ziehe für mich als Fazit, dass es eine gute Entscheidung war, dieses Pigment nicht anzuschaffen, vor allem, da es wunderbare lichtechte Alternativen gibt.

Kommen wir zu den erfreulicheren zwei Drittel des Experiments, alle folgenden Farben sind von mir hergestellt:

  • Sternennacht-Dunkelblau: Ganz unten rechts seht ihr das Blau, mit dem ich meine Sternennacht herstelle. Hier habe ich die Farbe ohne Glitzerpartikel getestet, weil ich nicht wollte, dass das Ergebnis durch sie verfälscht wird. Insgesamt hält sich die Farbe sehr schön, wenn man genau hinsieht, ist ein leichter Farbwechsel von kühl zu etwas wärmer zu erkennen, diese Veränderung ist allerdings recht subtil. Im Voll- und Mittelton haben sich beinahe keine Veränderungen ergeben, je wässriger die Aufmalung, desto deutlicher ist sie auch ausgeblichen. Aber auch in wässrigem Aufstrich ist sie noch deutlich zu erkennen – wir erinnern uns, dass das bei den Alizarins nicht der Fall war. Wer mir schon länger folgt, weiß, dass die Sternennacht eines der Babys ist, bei dem ich die genaue Rezeptur nicht preisgebe – daher hier auch keine Angabe zum Pigmentcode.

Von nun an bewegen wir uns von links oben der Reihe nach durch die Farben hindurch, da es ab hier keine großen Unterschiede mehr in der Lichtechtheit gibt:

  • (Nicht näher bezeichnetes Experiment aus) Disazogelb mit Phthalogrün bläulich (PY?? und PG7): Diese Farbe, die dem „Maigrün“ von Schmincke sehr ähnlich sieht, habe ich getestet, da ich ganz zu Anfang meiner Farbenmacherkarriere einmal ein gelbes Pigment ohne Pigmentcode gekauft habe (ein Fehler, aus dem ich gelernt habe!) und nicht genau weiß, ob es sich um die lichtechte(re) Variante oder die weniger lichtechte handelt, außerdem hat mich interessiert, ob Phthalogrün tatsächlich so lichtecht ist, wie ihm nachgesagt wird. Da sich bei diesem Swatch kaum eine Veränderung über die Zeit hinweg ergab, kann ich beides deutlich bestätigen. Im Vergleich zu seinem dunkel gelagerten Zwilling hat der dem Licht ausgesetzte Teil des Swatches einen Hauch an Wärme eingebüßt, was darauf schließen lässt, dass das Gelb ein wenig schwächer geworden ist. Das sieht man aber wirklich nur im direkten Vergleich, wenn man ganz genau hinsieht. Farbstärke und Gleichmäßigkeit haben nicht gelitten.
  • Havana (Eisenoxidgelb + Kobaltgrün): Bei diesem Swatch lässt sich selbst bei ganz genauem Betrachten keinerlei Unterschied zwischen den beiden Hälften erkennen. Die herausragende Lichtechtheit der Eisenoxide (bzw. dieses Eisenoxids) und Kobaltfarben wäre hiermit schon einmal bestätigt.
  • Grüne Erde (PG23): Auf den ersten Blick erkennt man hier keine Unterschiede zwischen den beiden Hälften, bei genauerem Hinsehen ist der dem Licht ausgesetzte Teil ein Mü wärmer geworden, außerdem ist der wässrige Auftrag im lichtgeschützten Teil ein wenig stärker. Die Unterschiede sind allerdings so gering, dass man sie vernachlässigen kann.
  • Quinacridon Rosa (PR122): Ebenso wie bei der Grünen Erde, sind die Veränderungen hier sehr, sehr subtil und gehen in die wärmere Richtung. Wer nun vermutet, dass das auch an einer Vergilbung des Papieres über ein Jahr weg liegen könnte, sei beruhigt, das Papier zeigt keinerlei Farbveränderung, bei keinem der Swatches.
  • Nickel Azo Gelb (PY150): Nur geringste Veränderung im wässrigen Auftrag sichtbar, ansonsten nichts – weder in Farbtemperatur, Streifigkeit oder Farbstärke.
  • Phthaloblau, gelblich (PB15:3): Auf den ersten Blick wirkt es so, als habe sich hier keinerlei Veränderung ergeben, bei genauerem Hinsehen ist jedoch erkennbar, dass die dem Licht ausgesetzte Seite im hellsten/wässrigsten Bereich einen Hauch heller ist als ihr lichtgeschützter Zwilling, der außerdem einen Ticken kühler im Farbton wirkt.
  • Elfenleuchten (PB27, PG8): Entgegen meiner Erwartungen hat sich bei diesem Farbswatch keinerlei Veränderung ergeben. Überhaupt keine. Mein kleines Experiment kann eine mangelhafte Lichtechtheit des nicht mehr produzierten Grünpigments nicht bestätigen. Sehr schade, denn PG8 ist ein wundervolles, tiefdunkles, warmes Tannengrün.
  • Venezianisch Rot (PR102): Hier sind sie Veränderungen wieder so subtil, dass man ganz genau hinsehen muss. Die lichtexponierte Seite ist im Unterton ein Mü wärmer als die lichtgeschützte Seite, hinsichtlich Farbstärke oder Gleichmäßigkeit ist keinerlei Veränderung zu sehen.
  • Kornblume (PB29, PW4): keinerlei Veränderungen

So, das waren die Ergebnisse meines kleinen Langzeittests. Falls es dich interessiert, wie die Farben, bzw. eine kleine Auswahl davon nach 3 Monaten aussahen, kannst du dir bei @lelles_colors auf Instagram meinen Post vom 3.6.2021 dazu ansehen.

Und falls du dich fragst, weshalb der wässrige Auftrag von Farben generell stärker angegriffen wird als der Vollton – das liegt daran, dass die Pigmente dort nicht in mehreren Schichten übereinander liegen und sich so quasi gegenseitig schützen können, indem sie sich überdecken und sich gegenseitig (stark vereinfacht) „Schatten spenden“. Außerdem ist das schützende Kolloid Gummi Arabicum im wässrigen Auftrag stark verdünnt und umhüllt die Pigmente nicht mehr so stark wie noch im Vollton, der mit weniger Wasser aufgetragen wird. Das sind gleich zwei Faktoren, die zu einer stärkeren Veränderung des Farbauftrages beitragen und daher ein gutes Argument für die Verwendung von (den unbeliebten) Weißpigmenten in der Aquarellmalerei liefern. Man kann eine Farbe zwar mithilfe von Wasser und dem Weiß des Blattes pastelliger wirken lassen, riskiert dann aber potentiell ein stärkeres Verblassen dieser Bereiche.

Damit wäre ich auch schon am Ende meines kleinen Exkurses in die Welt der Lichtechtheit angekommen. Falls du noch Fragen zu dem Thema hast, freue ich mich, von dir zu hören und mit dir über Pigmente abzunerden!

Liebe Grüße,

Nicola

P.S.: Ich freue mich, dass du bis hierher gelesen hast und das soll sich zur Feier des Tages auch lohnen. Unter allen, die unter dem passenden Post auf Instagram (@lelles_colors) einen netten Kommentar hinterlassen und über eine deutsche Postadresse verfügen, verlose ich ein Set der Regenbogen-Glitzer-Mica-Farben, die sich gerade noch in Arbeit befinden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, das Los entscheidet über den Gewinner bzw. die Gewinnerin. Versand nur innerhalb Deutschlands. Im Falle eines Gewinnes wirst du von mir angeschrieben und bekommst (sofern du eine dt. Adresse hast) die Farben nach Fertigstellung von mir zugesandt. Kosten entstehen dir natürlich keine, deine Adresse wird weder bekannt- noch weitergegeben und nur zum Versenden des Gewinnes verwendet. Dieses kleine Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Instagram oder dem Mutterkonzern Meta. Falls die Gewinnerin/der Gewinner nicht innerhalb von 7 Tagen auf meine Nachricht antwortet, lose ich neu aus.

Viel Glück!!

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Lichtechtheit

Farben sind vergänglich. Das liegt (leider) in ihrer Natur.

Damit du lange Freude an deinen Bildern hast, kannst du dich darauf verlassen: Für meine Farben wähle ich grundsätzlich Pigmente mit sehr guten bis guten Lichtechtheiten aus (6-8 von 8 auf der Wollskala) und packe so viel wie möglich an Pigment in die Farbe, damit du beim Malen ein hohes Spektrum an Tonwerten erreichen kannst. Ganz besonders wichtig ist mir der Vollton einer Farbe, denn der bestimmt, wie kontrastreich du malen kannst.

Angaben zur Lichtechtheit einer Farbe lassen Rückschlüsse darauf ziehen, wie beständig die Farbe ist, wenn sie (UV-)Licht ausgesetzt ist. Manche Pigmente verblassen, andere, wie etwa Malachit oder Aureolin, ändern ihre Farbe mit der Zeit, vergilben oder vergrauen. Eine hohe Lichtechtheit bedeutet also, dass der Farbton sich nur wenig bzw. erst nach längerer Zeit verändert. Eine geringe Lichtechtheit bedeutet ein rascheres Verblassen bzw. eine Veränderung der Farbe. Von Licht abgeschrimt, z.B. im Skizzenbuch, verändern sich Farben in der Regel nur wenig bis gar nicht.

Ihre volle Lichtechtheit erreichen Farben übrigens nur im Vollton, je mehr Wasser man hinzugibt, desto weniger ist das Pigment vom schützenden Gummi Arabicum (und anderen Pigmenten) umgeben. Deshalb bleichen Bereiche, die sehr hell gemalt sind, auch rascher aus als dunkle Bereiche auf Bildern.

Sollte ich einmal Pigmente verwenden, deren Lichtechtheit geringer als 6-8 ist – wie z.B. beim Neon-Set – werde ich euch das immer mitteilen, damit ihr eure Werke entsprechend schützen könnt. Ein Fixativ mit UV-filternden Eigenschaften oder Firnis auf Kaseinbasis kann die Lebensdauer der Farben eines Werkes verlängern – um wie lange hängt allerdings von so vielen Faktoren ab, dass ich euch dazu leider pauschal keine Aussagen machen kann.

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